• Unser Sonnenberg

    Bei uns geht nicht nur die Sonne auf, hier scheint sie auch am längsten.

    Unser Sonnenberg hat aber noch mehr zu bieten. Die zentrale Lage nahe dem Stadtzentrum sowie zu Bus- und Hauptbahnhof, seine gute Verkehrsanbindung, die bunten Straßenbilder und -ansichten aber auch besondere Einkaufs- und Dienstleistungsangebote. Identitätsstiftende Orte sind die weithin sichtbare Markuskirche, der Zeisigwald sowie die gründerzeitlichen Quartiere mit ihren öffentlichen Plätzen. Es ist viel passiert, viele kleine Bausteine, die zu einem lebenswerten Umfeld beitragen und bei einem Weg über den Sonnenberg entdeckt werden können.

    Am Sonnenberg wird nicht nur gewohnt, sondern auch gearbeitet. Typisch sind die vorhandenen kleinteiligen Strukturen des Einzelhandels, die zahlreichen Klein- und Kleinstbetriebe von Gewerbetreibenden sowie viele Künstlerwerkstätten. Lebendigkeit gewinnt der Stadtteil durch seine Bewohner. Mit seiner Vielzahl an Kindern ist der Sonnenberg der „jüngste“ Stadtteil von Chemnitz. Der Reiz dieses Viertels liegt in seiner Individualität, seiner Vielfalt und dem typischen Charme der Sonnenberger Lebensart.

    Die Stadtteilwirtschaft ist genauso bunt wie unsere Fassaden und Plätze. Am Sonnenberg kann man spezielle Angebote finden, gesund Einkaufen, Wohlfühlangebote nutzen, richtiges Handwerk finden, persönliche Dienstleistungen und besonderen Service wahrnehmen. Für neue Geschäftsideen bietet der Stadtteil Raum zum Experimentieren, besondere Lagevorteile und ein günstiges Mietniveau.

    Für weitere Informationen rund um unseren Stadtteil empfehlen wir die Internetseite des Stadtteilmanagements unter www.sonnenberg-online.de.

    Wer freie Gewerbeeinheiten im Stadtteil Sonnenberg sucht, könnte unter www.gewerbeflaechen-sonnenberg.de fündig werden.

    Stadtteil- und Wirtschaftsentwicklung am Sonnenberg

    Will man wissen, wohin man will, sollte man wissen, wo man her kommt.

    Der Sonnenberg war in seiner wirtschaftlichen Blüte zur Industriealisierung ein Standort für Ideen und Innovationen. Heute ist es nicht mehr das produzierende Gewerbe. Technologien, Talente und kreative Köpfe im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft bestimmen nun die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands. Wieso soll der Stadtteil Sonnenberg hierbei als Ideenschmiede nicht wieder einen Beitrag leisten? Ergänzt man dies um besondere Angebote und Nischen hat der Sonnenberg eine Chance, sein Alleinstellungsmerkmal zu entwickeln und wieder mehr Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Die Stadtteilwirtschaft ist ein wenseltiches Element für die Lebensqualität und die Entwicklung eines Quartiers oder Stadtteils.

    Zunächst aber ein Blick zurück, woher wir kommen.

    Die „Goldene Sonne“, ein um 1713 vom damaligen Chemnitzer Bürgermeister Daniel Wagner eröffneter Gasthof, scheint die Namensgebung des Sonnenbergs bestimmt zu haben. Dieser Stand zunächst auf weiter Flur außerhalb der Stadtmauern.

    Die eigentliche und planmäßige Besiedelung des Sonnenbergs begann zwischen 1860 und 1880, im Zuge der Industriealisierung, mit der Anlage der Hain- und der Sonnenstraße. Ausgehend von einer industriellen Entwicklung im direkten Umfeld des Chemnitzer Hauptbahnhofes und der Bahnlinie Dresden – Chemnitz – Werdau wurden zahlreiche Industriestandorte errichtet, die mit der stetig anwachsenden Arbeiterschaft einen Bedarf an Wohnsiedlungen nach sich zogen. Die zunächst lockere Bebauung wurde durch eine Blockrandbebauung und den Bau von geschlossenen Karrees abgelöst. Auf dem Sonnenberg wurden dazu schachbrettartige Straßenverläufe angelegt, die die Struktur für die sogenannten Mietskasernen vorgaben. Bereits um 1880 wohnten 20 % der Chemnitzer Bevölkerung auf dem Sonnenberg. Eine weitere Bevölkerungswelle setzte in den 1920er und 1930er Jahren ein. Nach Beseitigung von Kriegsschäden und dem teilweise einsetzenden Verfall erfolgte im stark gründerzeitlich geprägten Sonnenberg der Wiederaufbau in der typischen DDR-Plattenbauweise, zunächst in den 1960er und 1970er Jahren in den östlichen Quartieren zwischen Fürstenstraße und Paul-Gerhardt-Str. und später in den 1980er Jahren zwischen Fürstenstraße und Jakobstraße.

    Mit der vorherrschenden Nutzung als Wohnquartier der Arbeiter wurde der Charakter des Sonnenbergs als Arbeiterviertel geprägt und ist bis heute Teil des Verständnisses in der städtebaulichen und kognitiven Bewertung dieses Stadtteils.

    Neben den Arbeitersiedlungen besetzten Gewerbetreibende einen wesentlichen Teil des Sonnenbergs. Industrieanlagen und -betriebe waren nicht nur die Initiatoren der Besiedlung sondern prägten und prägen weiter das städtebauliche Bild des Stadtteils. Viele Erfindungen und Entwicklungen am Sonnenberg haben die Wirtschaftsentwicklung nachhaltig beeinflusst. Hier wurde Maschinenbaugeschichte geschrieben. Fabriken mit internationalem Absatzmarkt bestimmten vom Sonnenberg aus den Ruf von Chemnitz als deutsches Manchester mit. Pioniere des Sonnenbergs waren unter anderem die Julius Dietrich & Hannak Spezialfabrik für Turn- und Sportgeräte oder die Maschinenfabriken Wiede und Vulkan. Als wichtige und heute noch erlebbare Zeugnisse der Industriekultur sind stellvertretend die F. Reinhold Brauer Maschinenfabrik an der Dresdner Straße 82, der Fahrzeuglampenhersteller „Hermann Riemann“ an der Fürstenstraße 83 oder die Wirk- und Werkzeugmaschinenfirma Schubert & Salzer an der Fürstenstraße 21 – nach 1990 zum Amtsgericht umgebaut – zu nennen. Innerhalb von fünf Jahrzehnten etablierte sich auf dem Sonnenberg eine Vielzahl großer Unternehmen von internationalem Rang.

    Aber nicht nur das produzierende Gewerbe war am Sonnenberg in großer Anzahl vertreten. Bis zu 84 Bäcker, 47 Fleischer, 25 Lebensmittelgeschäfte oder 13 Drogerien waren am Sonnenberg tätig (Quelle: AG Industriegeschichte Sonnenberg: Auswertung Adressbücher 1927). Hinzu kamen ca. 100 Gaststätten, Cafes und Ballhäuser. Es dürfte die anteilig höchste Zahl derartiger Lokalitäten in Chemnitz gewesen sein.

    weitere Informationen:
    Quelle: Chemnitzer Geschichtsverein e.V.: Die Sonne gab den Namen. Altes und Neues vom Sonnenberg. Zur Geschichte eines Chemnitzer Stadtteils, Chemnitz, 2007

    Und wie sieht es heute aus?

    Viele der Industriebauten sind nach jahrelangem Leerstand zurückgebaut worden. Davon zeugt insbesondere eine Vielzahl an Freiflächen entlang der Dresdner Straße, ihren kreuzenden Querstraßen sowie in vielen Innenhöfen der Wohnkarrees.

    Ebenfalls verschwunden sind viele Geschäfte des täglichen Bedarfs. Allein dem Einkaufszentrum Sachsenallee wird nachgesagt, dass es den Versorgungsstrukturen am Sonnenberg ca. 60 % der Kaufkraft entzogen hat.

    Mit einer Erfassung des Gewerbebesatzes im Jahr 2010 wurden im Stadtteil Sonnenberg ca. 700 Unternehmen gezählt. Es dominiert der Dienstleistungssektor, dem ca. 89 % aller Gewerbetreibenden zu zuordnen sind. Die Unternehmen weisen i.d.R. Betriebsgrößen bis 10 Beschäftigte auf, sind inhabergeführt und bedienen lokale und regionale Absatzmärkte. Der Gewerbeflächenbestand konzentriert sich auf die Erdgeschosszonen des gründerzeitlichen Kerngebiets, entlang den Hauptverkehrsachsen sowie im westlichen und südwestlichen Randgebiet des Sonnenbergs. Aus dem Sektor des produzierenden Gewerbes sind nur noch zwei Unternehmen übrig geblieben.

    Der Stadtteil Sonnenberg hat seine einstige wirtschaftliche Bedeutung verloren. Es bleiben aber die Chancen, die Entwicklungsräume der alten Industrieflächen kreativ zu nutzen oder dem bunten Sonnenberg, mit seiner Mischung, an Lebensstilen neue Angebote im Bereich Handel und Dienstleistungen zu liefern. Das Leitbild einer „kreativen Gründerzeit“ ist in Entwicklung. Dass es hier besondere Angebote und vieles was man benötigt, direkt um die Ecke gibt, will die Gewerbeinitiative zeigen. Wir sind kleiner als die innerstädtischen und autoorientierten Einkaufs- und Dienstleistungszentren. Aber wir wollen besser sein, was Beratung und Service betrifft. Reinschauen oder Mitmachen lohnen sich, mit dem Ziel, den Sonnenberg wieder zu mehr Kreativität, Ideenreichtum und Anziehungskraft zu führen. Durch Neuansiedlungen und kleine Projekte in den vergangenen 2-3 Jahren zeigt sich, dass sich die Saat einer Ideenschmiede wieder am Sonnenberg verwurzelt hat. Wir sind uns sicher, dass die Stadtteilwirtschaft wieder an Lebendigkeit gewinnt. Ein langer Atem und unsere Motivation unterstützen dies.

    Autor: Andreas Ettlich